Künstler: GeerArt Willems

Kunstenaar: GeerArt Willems

Gerard Willems – oder, wie er seine Werke signiert, GerART – wuchs in Wieringen, im Norden Hollands, auf. Nahe dem Deich, zwischen Vögeln und Wind. Schon als Kind war er ein Träumer. Jemand, der sich in Gedanken, Formen und dem Betrachten verlieren konnte. Diese verträumte Art passte gut zum Draußensein, Zeichnen und Fantasieren, weniger aber zur Schule. Schule fühlte sich wie eine Pflicht an. Und diese Pflicht brachte Spannungen mit sich.

Zeichnen war immer präsent. Seine Mutter war fortschrittlich und hatte ihm zu Hause eine besondere Ecke eingerichtet, wo er puzzeln und zeichnen konnte. Als Teenager zeichnete er Gesichter – in allen Formen, Größen und auf skurrile Weise. Doch die Kunst trat allmählich in den Hintergrund. Die Musik gewann an Bedeutung: Mit dreizehn begann er Klarinette zu spielen, und später spielte er jahrelang in Bands und einer Blaskapelle. Kreativität war zweifellos vorhanden, aber nicht so, wie er es sich eigentlich gewünscht hatte.

Nach dem Schulabschluss besuchte er eine Lehrerbildungsanstalt. Nicht etwa, weil er wollte, sondern weil ein Kunststudium „nicht genug zum Leben einbringen würde“. Er schloss sein Studium hauptsächlich seinem Vater zuliebe ab und landete schließlich im Bildungsbereich. Dort begann das Unglück. Zwei Burnouts folgten. Jahre voller Krankschreibungen, Therapien und zunehmender Spannungen. Zuhause gab es drei kleine Kinder, eine anstrengende Beziehung und kaum Zeit zum Ausruhen. Alkohol wurde zu einem Mittel, um den Stress des Lebens zu lindern. Nicht jeden Tag, aber immer präsent, wenn es etwas zu feiern – oder zu vergessen – gab.

Nach der Scheidung 2015 begab sich Gerard in eine Suchtbehandlung. Es folgten schwere Jahre: Depressionen, ein Suizidversuch und Phasen der Obdachlosigkeit. Doch er gab nicht auf. Schritt für Schritt. Seit einem Jahr trinkt er keinen Alkohol mehr. Seine Beziehung zum Alkohol ist beendet. „Dieses Kapitel ist abgeschlossen.“

2023 kehrte die Kunst durch die Kindertagesstätte Helen Roeten in sein Leben zurück. Nicht als Performance, nicht als zielgerichtete Therapie, sondern als Raum. Anschließend eröffnete er sein eigenes Atelier, das an eine Einrichtung des Sozialhilfegesetzes mit einer großen Galerie angeschlossen ist. Malen und Zeichnen geben ihm etwas zurück, das er lange verloren hatte: das Gefühl, Kind zu sein. Keine Regeln. Keine Strenge. Einfach nur schauen, fühlen und erschaffen.

Seine Arbeitsweise ist intuitiv. Er beginnt mit einem Hintergrund aus wilden, ineinander verschlungenen Farben. Dann setzt er sich hin und betrachtet. Staunt. Und fast augenblicklich erscheinen Formen: Wesen, Gesichter, kleine Gedanken. „Sie zeigen sich von selbst“, sagt er. Er sieht, was bereits da ist, und bringt es zum Vorschein.

Heute hat Gerard ein gutes Verhältnis zu seinen drei Kindern. Das Leben ist zwar immer noch nicht immer einfach, aber er ist auf dem richtigen Weg. Und durch seine Kunst leistet er einen Beitrag für andere.

Als er hörte, dass aus seinem Entwurf Socken werden sollten – Socken, die nicht nur für den Träger warm sind, sondern auch für Obdachlose –, war er tief berührt.
„Ich finde es wunderbar, dass die Leute warme Füße bekommen. Ich denke, ich kann auf meine Weise dazu beitragen.“


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